Wie wird eine Depression festgestellt?

Da eine Depression häufig auch von körperlichen Symptomen begleitet wird, ist sie vom Hausarzt oft nicht sofort zu erkennen. Viele Patienten berichten von gestörtem Schlaf oder Müdigkeit. Begleiterscheinungen der Depression wie etwa Kopf- oder Rückenschmerzen erschweren es zusätzlich, die Erkrankung korrekt einzugrenzen und die Symptome richtig einzuschätzen.

 

Um herauszufinden, ob es sich um eine Depression handelt, ist ein Gespräch mit dem behandelnden Arzt oder Psychotherapeuten das wichtigste Instrument. Hierbei werden die Haupt- und Nebensymptome der Depression erfragt. Nicht nur das aktuelle Befinden ist von Interesse, sondern auch der Verlauf in den vergangenen Wochen. Vielleicht werden Sie als Patient auch gebeten, einen Fragebogen zu den Symptomen der Depression auszufüllen.

 

Der WHO-Fragebogen zum Wohlbefinden

Ob Hinweise auf eine Depression vorliegen, kann anhand des Fragebogens zum Wohlbefinden ermittelt werden, der aus 5 Fragen besteht und von der Weltgesundheitsorganisation entwickelt wurde. Die Punkte zu jeder einzelnen Frage werden zu einem Endergebnis zusammengezählt. Die Höchstpunktzahl 25 steht für vollständiges Wohlbefinden. Eine Summe von 13 Punkten und darunter weist auf eine Depression hin. Die Ergebnisse dieses Fragebogens liefern erste Hinweise, sind jedoch kein Ersatz für eine ausführliche Diagnostik im Gespräch mit dem Arzt oder Psychotherapeuten.

 

WHO - Fragen

 

Zwei-Fragen-Test

Eine andere Möglichkeit zur schnellen Erfassung einer möglichen Depression ist der so genannte „Zwei-Fragen-Test“, der aus den folgenden Fragen besteht:

  1. Fühlten Sie sich im letzten Monat häufig niedergeschlagen, traurig bedrückt oder hoffnungslos?
  2. Hatten Sie im letzten Monat deutlich weniger Lust und Freude an Dingen, die Sie sonst gerne tun?

 

2 Fragen Test zu Depression

 

Werden beide Fragen mit „Ja“ beantwortet, müssen die Haupt- und Nebensymptome einer Depression im Gespräch abgeklärt werden, damit eine genaue Diagnose gestellt werden kann.

In jedem Fall ist es wichtig, dass Sie als Patient vertraulich und offen mit Ihrem behandelnden Arzt oder Psychotherapeuten sprechen. Je genauer die Informationen sind, die Sie dem Arzt oder Psychotherapeuten geben, desto besser kann dieser die individuelle Behandlung planen.

Kontaktstellen

Deutsches Bündnis gegen Depression e.V.
Das deutsche Bündnis gegen Depression e.V. verfügt über 40 regionale Bündnisse, die über Veranstaltungen, Beratungsstellen, Selbsthilfeaktivitäten und Ansprech-partner in Ihrer Nähe informieren.

 

Stiftung Deutsche Depressionshilfe
Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe wurde von dem deutschen Bündnis gegen Depression e.V. und dem Kompetenznetz Depression gegründet.

 

Psychotherapie-Informations-Dienst
Der Informationsdienst der deutschen Psychologen Akademie des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen bietet Informationen und Beratung zu Psychotherapie und psychotherapeutischer Hilfe.

 

Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker e.V.
Der Bundesverband hat seine Geschäftsstelle in Bonn und verfügt über Landesverbände in allen 16 Bundesländern.

 

NAKOS
Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen

 

Telefonseelsorge
Die Telefonseelsorge hilft 24 Stunden bundesweit und gebührenfrei.

Alle Kontaktinformationen finden Sie hier…