Welche Ursachen liegen der Depression zugrunde?

Grundsätzlich trägt jeder Mensch das Risiko in sich, depressiv zu werden. Doch ob jemand tatsächlich erkrankt unterliegt Einflüssen, die wir nicht steuern können. Die Ursachen für eine depressive Erkrankung sind vielfältig. Meistens wirken biologische, soziale und psychische Faktoren zusammen. Eine genetische Veranlagung kann in Verbindung mit psychosozialen Belastungen wie etwa Stress, Krankheit oder einem psychisch schwer belastenden Lebensereignis (z. B. Tod eines Lebenspartners) zur Depression führen. Manchmal kommt eine Depression für Betroffene aber auch „aus heiterem Himmel“, ohne dass direkt eine Ursache hierfür erkennbar ist.

Ursache für Depressionen

 

Die Biorhythmen des Menschen

Im menschlichen Körper laufen viele Vorgänge rhythmisch ab. Biorhythmen mit einer Länge von etwa 24 Stunden werden auch als zirkadiane Rhythmen bezeichnet. Der Begriff zirkadian leitet sich vom lateinischen Begriffen "circa" und "dies" ab und bedeutet so viel wie "den Tag umfassend". Zirkadiane Rhythmen helfen dem Körper, seine biologischen Funktionen zueinander im Takt zu halten und auf wiederkehrende Ereignisse einzustellen. Die Rhythmen werden von der inneren Uhr des Menschen reguliert. Bei körperlicher und psychischer Gesundheit sind die Biorhythmen geordnet und an den Tag-Nacht-Rhythmus angepasst.

Eine wichtige Rolle spielt hierbei das Hormon Melatonin. Es wird bei Dunkelheit von der Zirbeldrüse des Gehirns ausgeschüttet und wirkt auf die innere Uhr des Menschen. Ebenso wichtig ist Licht. Der Lichteinfall über das Auge signalisiert dem Körper tagsüber, dass die Melatoninproduktion eingestellt werden kann.

 

Ursache für Depressionen

Gestörte zirkadiane Rhythmik

Bei der Depression verlaufen die biologischen Rhythmen des Menschen innerhalb eines 24-Stundentages nicht mehr organisiert. Schwankungen von Stimmung und Antrieb im Tagesverlauf, Schlaf- und Aufmerksamkeitsstörungen sowie gestörtes Essverhalten sind klinische Anzeichen einer gestörten zirkadianen Rhythmik bei affektiven Erkrankungen wie z. B. der Depression. Weitere Anzeichen lassen sich in veränderten Blutspiegeln des Stresshormons Cortisol sowie anhand einer verflachten Verlaufskurve der Körpertemperatur feststellen.

 

Die innere Uhr, von Hirnforschern Nucleus suprachiasmaticus genannt, befindet sich in einer zentralen Region des Gehirns, dem sogenannten Hypothalamus. Diese innere Uhr ist der Dirigent, der wie ein Orchester die biologischen Funktionen in einem sinnvollen Zusammenspiel hält. Sie nimmt Einfluss auf verschiedene biologische und physiologische Funktionen des Organismus wie die Körpertemperatur, den Blutdruck und die Ausschüttung von Hormonen (z. B. Cortisol, Melatonin und Schilddrüsenhormone). Durch die innere Uhr weiß der Körper, wann es Zeit ist zu schlafen oder aufzustehen. Äußere Zeitgeber wie Licht und Dunkelheit helfen gemeinsam mit diesem System bei der Feinsteuerung der Vorgänge. Sie sichern gemeinsam, dass der Organismus des Menschen auf 24 Stunden getaktet ist.

 

Die innere Uhr des Menschen

Copyright Abbildung: Börm Bruckmeier Verlag GmbH

 

Schlafstörungen bei Depression

Mehr als zwei Drittel aller Depressionspatienten leiden unter Schlafproblemen oder einer verminderten Wachheit am Tage. Schlafstörungen sind oft ein erstes Anzeichen einer Depression. Sie sind auch häufig das letzte Symptom, das bei der Behandlung einer Depression noch bestehen bleibt und somit nicht selten für einen Rückfall verantwortlich. Gestörte Biorhythmik, Schlafstörungen und Depressionen bedingen sich wechselseitig.

 

Depressionen treten häufiger auf bei

 

  • früheren depressiven Episoden
  • depressiven und manisch-depressiven Erkrankungen in der Familie
  • Suizidversuchen in der Familie
  • belastenden Begleiterkrankungen
  • Alkohol-, Tabletten- oder Drogenabhängigkeit
  • belastenden Ereignissen im persönlichen Umfeld (wie z. B. Tod eines Angehörigen, Trennung oder Verlust, Beziehungskrise, Leistungsdruck, Überforderung)
  • Vereinsamung und mangelnder sozialer Unterstützung

Kontaktstellen

Deutsches Bündnis gegen Depression e.V.
Das deutsche Bündnis gegen Depression e.V. verfügt über 40 regionale Bündnisse, die über Veranstaltungen, Beratungsstellen, Selbsthilfeaktivitäten und Ansprech-partner in Ihrer Nähe informieren.

 

Stiftung Deutsche Depressionshilfe
Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe wurde von dem deutschen Bündnis gegen Depression e.V. und dem Kompetenznetz Depression gegründet.

 

Psychotherapie-Informations-Dienst
Der Informationsdienst der deutschen Psychologen Akademie des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen bietet Informationen und Beratung zu Psychotherapie und psychotherapeutischer Hilfe.

 

Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker e.V.
Der Bundesverband hat seine Geschäftsstelle in Bonn und verfügt über Landesverbände in allen 16 Bundesländern.

 

NAKOS
Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen

 

Telefonseelsorge
Die Telefonseelsorge hilft 24 Stunden bundesweit und gebührenfrei.

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