Glossar

Affektive Erkrankungen
Eine Gruppe von psychischen Störungen, bei denen es über einen längeren Zeitraum hinweg zu Veränderungen von Stimmung und Antrieb kommt.

Alpha-2-Rezeptor-Antagonist
Verschreibungspflichtiges Arzneimittel aus der Gruppe der Antidepressiva.

Angststörungen
Eine Gruppe psychischer Störungen, die ihre Gemeinsamkeit in einem übersteigerten Angstempfinden haben. Betroffene Menschen erleben z. B. ausgeprägte Angst vor Situationen und körperliche Angstsymptome, die meist so stark sind, dass sie das alltägliche Leben beeinträchtigen.

Antidepressiva
Medikamente, die zur Therapie von Depressionen eingesetzt werden. Diese Medikamente machen nicht abhängig.

Biorhythmus
Regelmäßig wiederkehrende Zustände und Veränderungen von Organismen.

Botenstoff
Chemischer Stoff, der in einem Organismus der Übertragung von Signalen bzw. Informationen (chemische Kommunikation) dient.

Bulimie
Essstörung mit Heißhungerattacken, nach denen Maßnahmen ergriffen werden, um eine Gewichtszunahme zu vermeiden: Herbeigeführtes Erbrechen, Hungern, extreme Diäten, exzessiver Sport, Missbrauch von Abführ- und Brechmitteln.

Cortisol
Ein Hormon, das an verschiedenen Stoffwechselvorgängen im Körper (z. B. Knochenbildung, Fettgewebs- und Eiweißstoffwechsel) und Prozessen des Immunsystems beteiligt ist. Es wird insbesondere in Stresssituationen vermehrt ausgeschüttet.

Diagnostik
Alle Maßnahmen, die der Erkennung einer Krankheit dienen.

Dysthymie
Eine chronische leichte depressive Verstimmung, die kontinuierlich (d.h. an den meisten Tagen der Woche) über mindestens 2 Jahre besteht.

Ergotherapie
Ein medizinisches Therapieverfahren, welches vor allem bei neurologischen und orthopädischen Erkrankungen eingesetzt wird. Die Ergotherapie unterstützt und begleitet Patienten, die in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt oder von Einschränkung bedroht sind. Ziel ist die Stärkung in alltäglichen Bereichen wie Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit.

Krankheitslast
Lebensjahre, die durch Tod verloren oder durch Krankheit eingeschränkt werden.

Lebenszeitprävalenz
Angaben zur Häufigkeit einer Krankheit, die über die gesamte Lebensspanne in der Bevölkerung auftritt.

Limbisches System
Ein Teil des Gehirns, in dem z. B. die Steuerung der Funktionen von Antrieb, Lernen, Gedächtnis und Emotionen sowie Regulation der Nahrungsaufnahme, Verdauung und Fortpflanzung erfolgt.

Magersucht
Eine Essstörung mit beabsichtigtem Gewichtsverlust durch verminderte Nahrungsaufnahme, herbeigeführtes Erbrechen, Missbrauch von Abführmitteln und Hyperaktivität.

MAO-Hemmer
Monoaminoxidase-Hemmer sind verschreibungspflichtige Arzneimittel aus der Gruppe der Antidepressiva.

Melatonin
Ein Hormon, das von der Zirbeldrüse im Gehirn produziert wird (auch "Nachthormon" genannt). Dunkelheit führt zu Ausschüttung von Melatonin, während Helligkeit  diese  hemmt.

NDRI
Noradrenalin-/Dopamin-Wiederaufnahmehemmer sind verschreibungspflichtige Arzneimittel aus der Gruppe der Antidepressiva.   

Noradrenalin
Ein Botenstoff im zentralen Nervensystem, der u. a. für die Steuerung von Wachheit, Konzentration und Aufmerksamkeit verantwortlich ist. Noradrenalin aktiviert den Körper in Stresssituationen.

Nucleus suprachiasmaticus
Der Nucleus suprachiasmaticus, die innere Uhr, befindet sich im Zwischenhirn und hat eine entscheidende Bedeutung für die Regulation der zirkadianen Rhythmik. 

Panikstörung
Eine Form der Angststörung, die durch wiederholte Panikattacken gekennzeichnet ist. Diese sind nicht vorhersagbar und treten relativ unspezifisch in verschiedenen Situationen und unter verschiedenen Umständen auf.

Persönlichkeitsstörung
Überdauernde Verhaltensmuster, die sich in starren Reaktionen auf unterschiedliche Lebenslagen äußern, und somit vom flexiblen und in der bestimmten Situation angemessenen Verhalten abweichen.

Psychoedukation
Die Aufklärung von Patienten und Angehörigen über physische und psychische Erkrankungen. Sie soll das Krankheitsverständnis, den eigenverantwortlichen Umgang mit der Krankheit und die Krankheitsbewältigung fördern.

Rezeptor
Ein für bestimmte Reize empfindliches Zielmolekül einer Zelle und im weiteren Sinne eine auf spezifische Einflüsse reagierende "Signaleinrichtung" innerhalb eines Organsystems.

Rezidiv
Wiederauftreten einer Erkrankung nach ihrer völligen Abheilung.

Saisonal abhängige Depression
Eine Form der Depression (auch Winterdepression genannt), die jährlich wiederkommend in der dunklen Jahreszeit auftritt. Sie beginnt zumeist in den Herbstmonaten und endet meist im Frühling. In dieser Zeit klagen die Betroffenen über Energielosigkeit, gedrückte Stimmung und übermäßige Traurigkeit sowie ein erhöhtes Schlafbedürfnis sowie allgemeine Antriebslosigkeit.

Schilddrüsenhormone
Hormone, die von der Schilddrüse gebildet werden und u. a. an der Steuerung der Stoffwechselaktivität im Körper beteiligt sind.

Schlaf-Wach-Rhythmus
Der Schlaf-Wach-Rhythmus beschreibt den zirkadianen Wechsel der Schlaf- und Wachphasen sowie deren Zusammenhang. Voraussetzungen für einen Schlaf-Wach-Rhythmus ist der äußere Wechsel der Zeiten. Erst im Ablauf der Tageszeiten und Jahreszeiten kann sich eine zirkadiane Rhythmik, wie sie beim Schlaf-Wach-Rhythmus vorliegt, ausbilden.

Serotonin
Ein Botenstoff, der u.a. im zentralen Nervensystem vorkommt und an Stimmung, Schlafsteuerung, Gedächtnisleistung, Schmerzempfindung, Essverhalten, Sexualverhalten und Thermoregulation beteiligt ist. Ein Mangel an Serotonin im Gehirn kann zu depressiven Verstimmungen bis hin zur Depression führen.

Sexuelle Funktionsstörungen
Eine Störung des Sexualverhaltens, die sowohl psychische als auch physische Ursachen haben kann. Sie zeigt sich unter anderem im Libidoverlust, Erektions- und Ejakulationsstörungen sowie Anorgasmie.

SSNRI
Selektive Serotonin-/Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer sind verschreibungspflichtige Arzneimittel aus der Gruppe der Antidepressiva.   

SSRI
Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer sind verschreibungspflichtige Arzneimittel aus der Gruppe der Antidepressiva.   

Symptom
Alle Zeichen, die in Zusammenhang mit einer Krankheit auftreten und vom Patienten selbst oder vom Arzt wahrnehmbar sind.

Synaptischer Spalt
Der Raum zwischen zwei Nervenzellen, in dem diese als Synapse miteinander kommunizieren. Elektrisch übermittelte Reize werden hier chemisch auf eine andere Nervenzelle übertragen und in der nächsten Nervenzelle erneut in elektrische Reize umgewandelt. Dazu werden ankommende elektrisch übermittelte Reize durch die Freisetzung von Neurotransmittern in den synaptischen Spalt übertragen.

Tri- und Tetrazyklische Antidepressiva
Verschreibungspflichtige Arzneimittel aus der Gruppe der Antidepressiva.

Zentralnervensystem
Bezeichnung für im Gehirn und Rückenmark gelegene Nervenstrukturen, in denen die zentrale Reizverarbeitung stattfindet, die willkürliche Motorik gesteuert und Denkprozesse stattfinden.

Zirbeldrüse
Ein kleines Organ im Zwischenhirn, in dem das Hormon Melatonin produziert wird. Die Hormonproduktion findet überwiegend nachts statt. Über das Melatonin werden der Schlaf-Wach-Rhythmus und andere zeitabhängige Rhythmen des Körpers gesteuert.

Zirkadianer Rhythmus
Rhythmus mit einer Periodenlänge von ca. 24 Stunden.